„Ich habe gute Freunde gefunden” – ein deutscher Medizinstudent, der bei Pécs Legioners spielt

8 November 2021

Die Medizinische Fakultät der Universität Pécs ist für ihr aktives Studentenleben berühmt, das weit über die Wände des Campus reicht. Viele angehende Ärzte und Zahnärzte haben Hobbys oder treiben irgendeine Sportart in Pécs. Einer von ihnen ist Lukas Geisler aus Deutschland: neben seinem Medizinstudium hat er sich dem lokalen amerikanischen Football-Team, Pécs Legioners angeschlossen, wo er auf ein tolles Team gestoßen ist und wo ihm sogar die Sprachbarrieren keine unüberwindbaren Grenzen gestellt haben. 

Der 23-jährige Medizinstudent kommt zur traditionsreichen pécser medizinischer Fakultät aus Sachsen. Laut ihm hat er sich für das Medizinstudium entschlossen, weil er meinte, dass dieser Weg ihm zumeist die Möglichkeit der professionellen Entfaltung bietet, hier kann er das Meiste aus seinem Talent herausholen. Nach dem Abitur war er als Krankenpfleger tätig und dann führte seinen Weg zur Medizinischen Fakultät der Universität Pécs. Bisher hat er alle Stufen gemeistert und begann sein drittes Studienjahr in diesem September an unserer Medizinischen Fakultät.

- Das Studium in Pécs macht mir sehr viel Spaß. Ich liebe die Stadt, das angenehme Klima, die Energie, die die Gemeinschaft der Jugendlichen aus aller Welt bietet. Es ist großartig, Menschen aus zum Beispiel Norwegen oder aus dem Iran kennenzulernen und zu erfahren, wie sie die Welt sehen – erzählt Lukas Geisler.

- Dies läuft aber nicht immer problemlos, da wir Deutsche oft lieber in unserer eigenen Hülle bleiben. Dies war ein Grund mehr mich an das american Football-Team Pécs Legioners anzuschließen. Die Annonce, dass sie neue Mitglieder suchen, habe ich ganz zufällig entdeckt. Früher habe ich nie American Football gespielt, aber ich dachte, ich gebe diesem Sport eine Chance.

- Im Oktober 2019 bin ich bei Pécs Legioners Mitglied geworden – setzt der Medizinstudent fort – Anfangs war es ein bisschen komisch, dass ich der einzige Deutsche in der Mannschaft war, aber ich fühlte mich keine Minute unangenehm. Alle waren nett und hilfsbereit. Die meisten sprachen Englisch, nur wenige Deutsch. Ein Junge, Arkos sprach fließend Deutsch und hat mir richtig viel geholfen zum Beispiel Dokumente auszufüllen.

Die Sprachbarriere stellte mir aber auch Herausforderungen, besonders bei den Spielen. Da gibt es kaum Zeit, die Instruktionen zu übersetzen, aber zum Glück wurden die meisten Aktionen auf Englisch gesagt. Während der Trainings gab es immer jemanden, der mir helfen konnte, wenn ich was nicht verstand. Wenn die Trainer etwas unbedingt wichtiges mitteilen wollten, was uns Deutsche auch angeht, wurde es uns immer übersetzt. Zurzeit bin ich schon im Stande, die Informationen im Kontext auch ohne Übersetzung zu verstehen, ich weiß ungefähr worum es geht.

- Jetzt nach anderthalb Jahren im Team kann ich fest behaupten, dass ich in Pécs Legioners Freunde gefunden habe. Ich habe einen guten Kontakt auch zu solchen Mitglieder, die weniger gut Englisch sprechen. Die erste Saison hat uns richtig verschweißt, ich denke, dass zwischen den Mannschaftsmitgliedern eine feste Bindung zustande gekommen ist. Alle machen Witze, haben Spaß und wir wissen, dass Spaß zu haben ein viel größeres Wert hat als der Erfolg. Dies bedeutet natürlich nicht, dass wir nicht ehrgeizig wären, wir alle hassen zu verlieren. – fügte er hinzu. Lukas verrät, dass Pécs Legioners weiterhin für neue Interessenten offen is.